Im Bericht She figures 2018 wurden von der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission Indikatoren und Daten zum Fortschritt der Geschlechtergleichberechtigung in Forschungseinrichtungen, die sehr häufig den Zahlen in Hochschulen ähneln, veröffentlicht.

Die Arbeitsbedingungen in Zahlen

Die Publikation widmet sich unter anderem den zurzeit herrschenden Arbeitsbedingungen von weiblichen Forschenden in den europäischen Forschungseinrichtungen; zu diesem Thema wurden detaillierte Statistiken aus fast allen europäischen Ländern veröffentlicht. Diese untersuchen beispielsweise die Arbeitsverhältnisse, wonach in der EU 13% aller forschenden Frauen und 8% aller Männer sich in einer Teilzeit-Anstellung befinden. Außerdem ging aus den Untersuchungen in diesem Bereich hervor, dass mehr Frauen (8,1%) unter prekären Arbeitsverträgen (befristeter oder kein Arbeitsvertrag) angestellt sind als Männer (5,2%). Dieses Muster konnte in zwei Drittel der europäischen Länder beobachtet werden. Zudem wurde die Mobilität der Forscher*innen analysiert, die als Instrument zur Förderung der Qualität von Forschung verstanden wird, und festgestellt, dass generell Männer mobiler sind als Frauen. In der frühen Karrierephase sind allerdings Frauen etwas mobiler als Männer.

Der „gender pay gap“

Ein substanzieller Teil der Untersuchungen beschäftigt sich mit dem „gender pay gap“, der ein sehr aussagekräftiger Indikator zum Status der Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist. Dabei wurde ein Unterschied der Gehälter von 17% im EU-Durchschnitt errechnet. Österreich liegt mit 16,5% knapp unter diesem Wert, Deutschland mit 19% darüber. Aus der Erhebung der Daten ging des Weiteren die sehr problematische Erkenntnis hervor, dass im Bereich Forschung und Innovation der Einkommensunterschied noch größer ist als jener in der gesamten Wirtschaft der EU. Zudem wurde festgestellt, dass der „pay gap“ mit zunehmendem Alter ansteigt: Unter den Unter-35-Jährigen Forschenden beträgt dieser im EU-Mittel nur 9,2%, bei jenen über 55 liegt dieser Wert allerdings schon bei 21,7%.

Weiterführendes:

Studie: She Figures 2018 // Generaldirektion Forschung und Innovation (Europäische Kommission) // Brüssel // 2019

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