Der Film als Mittel gesellschaftliche Missverhältnisse aufzuzeigen

Die Filmemacherin Van Subramanian spricht im Interview darüber, die Themen „Gender“ und „Stadt“ bewusst nicht getrennt, sondern in Bezug zueinander den Publikum nahezubringen. Die Genderdebatte sei nicht getrennt von ihrem Kontext und ihrer Umgebung zu behandeln. Ebenso spricht sich die Dokumentarfilmerin dafür aus, die ZuseherInnen, in physische und psychische Interaktion mit dem Gesehenen setzten zu wollen. Dabei dienen ihr nicht nur der Film, sondern auch Objekt und Text, die das klassische Genre aus dem sie stammt, erweitern und bereichern sollen. Der Zuseher wird zum Akteur und kann sich durch diese Methode auch in Szenen versetzen lassen, die ihn in seiner gelebten Realität womöglich gar nicht betreffen. So soll auch das Thema Gender ein breiteres Publikum finden und auf größere Resonanz stoßen. Als auffällig beschreibt sie zudem, dass jede Installation in Form einer Wanderausstellung, dem jeweiligen Ausstellungsort unterworfen ist. So bringt dasselbe Thema jeweils andere Ausdrucksformen und Reaktionen hervor. Auffällig erscheint ihr ebenso, dass sich die genderrelevanten Probleme Indiens nicht grundlegend von jenen der USA unterscheiden. Das Thema „Gender“ ließe sich länderunabhängig sehr gut auf jeden Kontext hin untersuchen, ebenso könne der Film von mehr als einer Darstellungsform und linearem Narrativ profitieren und so die Betrachter unmittelbar zu Darstellern werden lassen, welche es zu fordern und einzubeziehen gilt. Die Aussage, dass man kein Wissen im Bereich der „Genderdebatte“ habe, lasse sie nicht gelten. Jedes Individuum, unabhängig seines Geschlechts habe die Fähigkeit sich dazu zu äußern. Der Film als Kunstform, in welchem gesellschaftliche Missverhältnisse aufgezeigt werden, sollte über sich hinauswachsen dürfen und in Form neuer interaktiver Kunstformate provozieren und das Subjekt in einen Kontext zur Thematik stellen dürfen.

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