Vortrag, TEDxTalk 

Männliche und weibliche Entwurfsprinzipien müssen harmonisch kombiniert werden.

Die Architektin Jo Gilles stellt nach ihrer Reflexion, der sie umgebenden gebauten Umwelt fest, dass Architektur ihr Ideal in der Balance von femininen und maskulinen Prinzipien erfahren würde. Dazu verweist sie auf die jahrtausendealte Vereinigung dieser Prinzipien in den verschiedensten Hochkulturen und Symbolen. 

Gleichgewicht statt bewusster Machtverhältnisse

Auch Proportionssysteme wie der „Goldene Schnitt“, stellen dabei, als bildhaftes Beispiel der Vereinigung vom „femininen“ Kreis und „maskulinen“ rechten Winkeln und Quadraten, wichtige Herleitungsschemata eines gelungenen Entwurfs dar.  

Die Architektin vergleicht daraufhin harmonische und dissonante Architektur und verweist auf Beispiele wie den Reichspalast von Adolf Speer, dessen Ausdruck lediglich die maskulinen Prinzipien bedienen und damit bewusste Machtverhältnisse suggerieren würden. Im Gegensatz dazu lobt sie Gebäude, welche gebaute Harmonie herstellen und somit auch das subjektive Empfinden dieser Gebäude positiv beeinflussen würden. Die Haptik, Materialität und femininen Aspekte der Form erzeugen laut Gilles beim Betrachter Wohlgefühl, Ruhe und innere Ausgeglichenheit. Als positive Beispiele nennt sie dabei das Sydney Opera House, die Architektur des Brasilianers Oscar Niemeyer, die Hütten Renzo Pianos, wie auch die öffentlich begehbare Holzkonstruktion „Metropole Parasol“ des deutschen Architekten Jürgen Hermann Mayer in Sevilla. Architektur, welche rein maskuline Eigenschaften aufweist, kann laut Gilles nicht den ästhetischen Wert und Wohlfühlfaktor einer ausgewogenen Architektur erreichen. 

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