• Deutschland
  • * 6. 04.1906, St. Petersburg
  • † 4.08.1994, Berlin

Biographie
Ludmilla Herzenstein begann 1926 ihr Architekturstudium an der TH Berlin-Charlottenburg nachdem sie ihre Kindheit und Jugend in Berlin verbrachte. Sie war 1929 bis 1930 als Werkstudentin bei der „Allgemeinen Häuserbau AG Berlin“ und bei Alexander Klein, dem Architekten und ehemaligen St. Petersburger Baurat, tätig. 1933 absolvierte sie ihr Diplom bei Heinrich Tessenow. Danach arbeitete sie in verschiedenen Planungs- und Architekturbüros in Berlin, Rostock, Hamburg, Königsberg, Wiesbaden und Konitz/Westpreußen. 1937 wurde sie in die Reichskulturkammer aufgenommen.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs schrieb Ludmilla Herzenstein das Kinderbuch „Das neugierige Entlein“. Im gleichen Jahr wurde sie Referentin für „Forschende Statistik“ im Planungsamt des Berliner Magistrats und Mitarbeiterin in Hans Scharouns Planungskollektiv zur Erarbeitung eines Bebauungsplans für das im Krieg stark zerstörte Berlin. Während dieser Zeit entwarf sie in Kooperation mit Hans Scharoun die „Wohnzelle Friedrichshain“ und darin zwei moderne Laubenganghäuser.

Nach der Teilung Berlins 1949 übernahm Ludmilla Herzenstein die Leitung der „Heimstätte Berlin“ in Ost-Berlin. Sie war verantwortlich für die Ausführung der Laubenganghäuser. Bis 1958 leitete sie das Referat für Wohnstättenplanung im Hauptamt für Stadtplanung in Ost-Berlin. Anschließend wurde sie Leiterin der Abteilung Stadtplanung im Berliner Stadtbezirk Weißensee, wo ihr die Sanierung von Altbaugebieten oblag. Von 1964 bis zu ihrem Ruhestand 1971 war sie Stadtbezirksarchitektin in Berlin-Weißensee.

Werkauswahl

  • zwei Laubenganghäuser (mit Hans Scharoun), Karl-Marx-Allee 102/104, 1949–50
  • Berlin-Friedrichshain, 126/128
  • Parkgaststätte Milchhäuschen, Parkstraße 33a, Berlin-Weißensee, 1966–68

Weiterführendes

Johann Friedrich Geist, Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus 1945-1989.Prestel-Verlag, München 1989, ISBN 3-7913-0719-3

Kerstin Dörhöfer: Pionierinnen in der Architektur. Eine Baugeschichte der Moderne. Wasmuth Verlag, Tübingen 2004, ISBN 3-8030-0639-2

LinkFang, Ludmilla Herzenstein

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