Biographie
Beate Schnitter wuchs in Frankreich, Irland und Holland auf und kam, kriegsbedingt, 1941 wieder in die Schweiz. Sie diplomierte 1953 als Architektin an der ETH Zürich und arbeitete danach in Amsterdam, Paris und Zürich. Sie ist die Nichte der ersten selbständigen Architektin der Schweiz, Lux Guyer. Nach deren Tod 1955 übernahm sie, im Alter von erst 25 Jahren, deren Architekturbüro in Zürich.

1958 beteiligte sich Beate Schnitter als junge Frau an der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA), wo sie die Ladenstrasse, die Ausstellung «Die Linie» und den Pressepavillon mitgestaltete. 

Ebenfalls 1958 war Beate Schnitter Mitbegründerin der Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau. Sie war Architekturberaterin für den Heimatschutz und das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz. Außerdem war sie Mitglied des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins und des Bunds Schweizer Architekten sowie des Zentralvorstands des Schweizer Heimatschutzes.

In der Zeit der neu aufflammenden Frauenbewegung um 1970 ergriff Beate Schnitter als eine von wenigen ihres Berufsstands das Wort und machte auf die Situation der Frau in der Baubranche aufmerksam. Sie lobte den «esprit de finesse» (Blaise Pascal) der Frauen und führte aus, dass Architektinnen sich der Bedürfnisse der Eigentümerschaft bewusster seien. Auch könnten sie die gleichzeitige und allgegenwärtige Alltagserfahrung von Hausarbeit und Mutterschaft besser nachvollziehen.

Beate Schnitter realisierte Ferienhäuser und eine Feriensiedlung in Südfrankreich, Einfamilien-, Mehrfamilienhäuser und Alterswohnungen. Zunehmend trat jedoch das Interesse für städtebauliche Zusammenhänge ins Zentrum ihrer Architektur. Zudem publizierte sie Veröffentlichungen zu Heimatschutz, Planung, Architekturkritik und Tourismus.

Werkauswahl

  • Überbauung Eiwog in Stäfa, 1970er-Jahre
  • Villa Gelpke-Engelhorn, 1970er-Jahre
  • Restauration von Sempers Sternwarte in Zürich
  • Umbau der Kirche Affoltern am Albis mit Sempers Turmaufsatz
  • Sempers Hauptgebäude der ETH Zürich

Weiterführendes

Buch: Beate Schnitter, Bauten und Projekte 1955–2005 von Hannes Ineichen, Verlag: Niggli, 2005

Wikipedia, Beate Schnitter

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