Um einen besseren Einblick in den Berufsalltag von Architektinnen zu bekommen, wurden fünf Frauen im derzeitigen oder ehemaligen Angestelltenverhältnis, die in höheren Positionen tätig sind, zu den Themen Studium, Arbeitssituation, Karriere, Frauen in der Architektur und Vereinbarkeit von Beruf und Familie befragt.

Studium

Die Motivation Architektur zu studieren, entsprang den Interessen der Architektinnen an Ingenieurswissenschaften, Kunst und Soziologie. Einige Architektinnen zeichneten als Kind gerne oder kamen aus einem Handwerkerhaushalt. Andere Architektinnen wollten etwas mit Bau machen und dadurch für die Gesellschaft eine gewisse Verantwortung und Kultur bringen.

Die meisten Architektinnen hatten keine Vorstellungen vom Studium. Aber eine berichtete, dass es ihr bewusst war, dass es sehr schwieriges und vollintensives Studium ist.

„Mir war bewusst, es ist sehr schwierig, es ist eine Art von Universalstudium, wo man viele verschiedene Bereiche angreift, dass man jetzt nicht reich damit wird, aber man muss halt 100% überzeugt sein von dem, was man tut und das gerne tun – das war mir bewusst.“

– Christina Kimmerle

Die befragten Architektinnen studierten sowohl in Österreich an der TU Graz, TU Wien, Universität für Angewandte Kunst Wien als auch in Deutschland an der Uni in Stuttgart, Leipzig, an der TU Berlin und an der TU München.

Sie erlebten ihr Studium unterschiedlich. Einige arbeiteten nebenbei schon im Büro, andere konzentrierten sich aufs Studium.  Die Mehrheit der Befragten machten während des Studiums Auslandspraktika bzw. Erasmus und fanden es wertvoll.

„Das Studium war eine total super Zeit für mich. Es war schon ein taffes und stressiges Studium, da man halt viel arbeiten musste, aber auch viel im Team arbeiten konnte und das fand ich eigentlich immer sehr toll, dass man nicht alleine vor seinen Büchern sitzen musste und viel Kontakt zu andern hatte und kreativ sein durfte.“

– Eva Schrade

Damit haben sich die Erwartungen vom Studium bei allen Architektinnen erfüllt. Die Architektinnen empfanden das Studium als tolle Zeit und totale Bereicherung. Eine der befragten Architektin berichtet sogar, dass sie das Studium nicht so wahnsinnig herausfordernd fand.

 Vorstellungen vom späteren Berufsleben umfassten das Ziel selbstständig zu werden.

”Ich studiere und dann habe ich einen Job und das wird schon alles eine gute Reihenfolge haben. Und natürlich mit der Aussicht, dass ich immer mal selbstständig werde, das war irgendwie das Ziel von diesem Studium auch.“

– Gorana Savić

Berufseinstieg

Der Übergang von Studium zur Berufspraxis gestaltete sich für die Architektinnen sehr unterschiedlich.

Besonders kurze war die Arbeitssuche nach dem Studium für eine Architektin, die schon währen des Studiums im Büro arbeitete.

Eine Architektin hatte direkt nach dem Studium Lehraufträge. Zwei der fünf befragten Architektinnen erhielten relativ schnell einen Job.  Die längste Arbeitssuche betrug etwa zwei bis drei Monate. Eine Architektin berichtete, dass es im Jahr 2006 relativ schwierig war und sie etwa 30 Bewerbungen schickte bis sie einen Job bekam.

Die Arbeitsmarktsituation wurde als unterschiedlich empfunden. Die einen sind der Meinung, dass es eher schwierig war. Andere meinen, dass der Arbeitsmarkt in Österreich und auch in Deutschland eigentlich immer gut war.

”Es ist halt immer schwierig, man bewirbt sich, ja man schickt viele Bewerbungen, es bleibt nicht bei 5 oder so und vor allem, wenn man Büros hat, die man sehr gerne hat und nicht irgendwo arbeiten möchte. “

– Gorana Savić

Bei der Arbeitssuche war es für die Architektinnen wichtig, ein Büro zu finden, in dem man alles lernen kann, was die Uni nicht vermittelt. Andere wichtigen Faktoren waren die Architektursprache und Entwurfsqualität des Büros.

Von den ersten Berufserfahrungen berichten sie folgendes: Eine Architektin erhielt sehr viel Vertrauen von ihrem Chef und bearbeitete von Anfang an schöne Projekte. Die andere Architektin erlebte eine Ernüchterung in ihrem ersten Büro, weil es keine richtige Betreuung und gute Ausstattung gab. Die dritte Architektin arbeitete anfangs kurz in einem kleinen Büro.

„… alle Berufe, die Spaß machen, muss man aufpassen, dass man nicht ausgenutzt wird, dass man nicht zu viel für zu wenig arbeitet oder die nötige Anerkennung bekommt.“          

– Eva Schrade

Arbeitssituation bzw. Karriere

„[…] der Druck ist halt so groß in der Branche, dass man sehr viel Energie braucht dann die architektonische Qualität durchzuhalten und man wird dafür einfach zu wenig geschätzt und auch zu wenig bezahlt, das muss man ganz ehrlich sagen.“ 

– Christina Kimmerle

Die Architektinnen sind unterschiedliche lange in ihrem aktuellen Büro tätig. Eine der Frauen arbeitet bereits seit 13 Jahren in ein und demselben Büro und hat bisher lediglich einmal Job gewechselt. Das kürzeste genannte Arbeitsverhältnis beträgt zwei Jahre.

Zweifel bezüglich der Berufsentscheidung hatten die Architektinnen durchschnittlich wenig bis gar nicht. Im Großen und Ganzen sind die Architektinnen sehr zufrieden mit ihrer Berufswahl. Eine der befragten Frauen erwähnte jedoch, immer wieder über ihre gesamte Berufslaufbahn hinweg Zweifel gehabt zu haben.

„Ich wüsste nicht, was ich anderes lieber machen würde.“

– Gorana Savić

„Grundsätzlich gar nicht, inhaltlich. Ich ärgere mich nur über die allgemeine schwache Position der Architekten und die Arbeitssituation.“

– Christina Kimmerle

Die derzeitige Position bzw. Verantwortung der Architektinnen reicht von der Teamleitung, Projektleitung, Projektleitung Senior und Bauleitung bis hin zur Unterstützung der Büroleitung bei Bewerbungen, Neueinstellungen und Praktikant*innen.

Drei der befragten Architektinnen sind Vollzeit tätig, die anderen beiden Teilzeit. Eine der Architektinnen berichtet, wöchentlich statt 40 Stunden 45-50 Stunden zu arbeiten und in stressigen Zeiten auch mal 60-70 Stunden. Die beiden teilzeittätigen Frauen arbeiten durchschnittlich 35h pro Woche.

„Ursprünglich waren mal 25 bis 30 Stunden angedacht, aber mittlerweile bin ich bei 35 bis 40 Stunden. Da könnte man fast sagen das ist Vollzeit, aber wenn man es im Verhältnis zu den anderen sieht, ist es doch nur Teilzeit.“

– Eva Schrade

Die Architektinnen berichten von folgenden Karriereambitionen bzw. von tatsächlich erlebten Aufstiegsmöglichkeiten: Zwei der Frauen streben das Ziel an, Partnerin in ihrem Büro zu werden. Eine der befragten Architektinnen hatte bereits einmal die Möglichkeit Partnerin zu werden. Für eine andere wäre es wiederum momentan nicht vorstellbar, Partnerin zu werden. Eine der Architektinnen war bereits in der Büroleitung tätig, trat dann allerdings aufgrund von Familienplanung karrieretechnisch einen Schritt zurück. Mittlerweile strebt sie aber wieder an, zeitnah eine höhere Position zu erreichen.

Als größten Erfolg ihrer Berufslaufbahn bezeichnen drei der fünf Architektinnen jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt. Eine Architektin sieht ihren größten Erfolg in einem Projekt, bei dem sie alles einbringen konnte, was sie gerne macht. Eine andere Architektin erzählt davon, die Leitung für ein Büro in Paris übernommen zu haben und dieses dort ein Jahr lang aufgebaut zu haben.

Die Aufstiegschancen bzw. Benachteiligung von Frauen in der Architektur beurteilen die Architektinnen folgendermaßen: Alle fünf Architektinnen sind derselben Meinung, dass die Architekturbranche eine von Männern dominierte ist und demnach auch eine Benachteiligung von Frauen vorhanden ist. Die persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema fallen dennoch unterschiedlich aus. Zwei der interviewten Frauen haben selbst noch keine direkte Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechtes erlebt. Weitere zwei Architektinnen erzählen von ihren positiven Erfahrungen im Ausland, in Frankreich und in Holland, wo Frauen besser im Berufsleben integriert sind als in Österreich.

„Die hatten kein Problem mit mir als junger Architektin und haben mir da auch sehr viel Vertrauen geschenkt.“

– Eva Schrade

„Hier vielleicht auch meine Erfahrung, was in Frankreich ganz wesentlich war, wo die Frauen viel besser im Berufsleben integriert sind – also das war für mich eine ganz wertvolle Erfahrung zu sehen und hat gezeigt es geht auch ganz anders und funktioniert trotzdem, also insofern bin ich da auch sehr geprägt.“

– Christina Kimmerle

Als Gründe für schlechtere Aufstiegschancen von Frauen wird die Unterbrechung des Berufslebens durch Schwangerschaft und Karenz genannt und dass Männern teilweise mehr zugetraut wird als Frauen.

„Zum anderen ist es halt eine sehr männerdominierte Branche, […] das ist so, der Bau ist männerdominiert und das schafft halt eine gewisse Unsicherheit in der Position der Frauen […].”

– Christina Kimmerle

Überlegungen, den Architekturberuf zu pausieren oder zu beenden, waren unter anderem Bildungskarenz bzw. Abschluss der Berufsausbildung durch Ziviltechnikerprüfung, längere Auszeit für einen klaren Kopf oder ein bis zwei Monate Pause bei einem Jobwechsel.

Die Befragung zum Thema Selbstständigkeit versus Anstellung zeigte folgende Ergebnisse: Vorteile der Anstellung werden im sicheren Einkommen und im Arbeiten in einer großen Struktur gesehen. Nachteile hingegen seien die ständige Bewertung durch Vorgesetzte und geringeres Gehalt. Als positive Faktoren der Selbstständigkeit werden größerer Gestaltungsspielraum, flexible Zeiteinteilung und mehr Einkommen genannt. Als mögliche Nachteile der Selbstständigkeit werden die Verantwortung, das große Risiko und die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erwähnt. Eine der interviewten Architektinnen wagte nach einigen Jahren Anstellung den Schritt in die Selbstständigkeit, andere stellten diesbezüglich bis jetzt nur Überlegungen an.

Frauen in der Architektur

„Es hat lange gedauert, bis ich mir als Frau den gewissen Respekt erarbeiten konnte. Es hat sechs, sieben Jahre gedauert, bis ich mich auch so selbstsicher gefühlt habe, dass ich eben so ein Projekt ganz alleine machen konnte und da vor den Bauherren auch adäquat auftreten konnte…“

– Eva Schrade

In den Büros, in den die Architektinnen tätig sind, ist die Geschäftsführung oft rein männlich oder ist von Männern dominiert. Die Büros selbst sind oft durch Partnerinnen (eine Frau und ein Mann) geleitet. Eine der befragten Architektinnen hat bis jetzt immer nur Chefinnen gehabt. Bei allen befragten Architektinnen sind unter den Mitarbeitern gleich so viele Männer wie Frauen.

„…der Mann eher der Entwerfer und die Frau die Managerin.”

– Eva Schrade

Die Führungspositionen sind eher männlich dominiert, aber oft sind sie fast genauso viele Frauen wie Männer. Sobald man auf einer Baustelle geht, trifft man selten mit Frauen. Die Baufirmen und Behörden, mit denen man zusammenarbeitet, sind auch von Männern dominiert.

„…es ist ein Unterschied, ob man eher im Baubereich, auf der Baustelle ist, da fühlt man sich vielleicht doch schon mal sehr einsam als Frau. Man muss sich auch anders durchsetzen als im Entwurfsbereich.“

– Eva Schrade

Die befragten Architektinnen berichten einstimmig, dass Frauen und Männer verschiedene Herangehensweise an Architektur haben und manche arbeiten deswegen lieber mit Frauen, manche lieber mit Männern zusammen.

„… aus der eigenen Lebenswirklichkeit heraus machen wir da wohl Unterschiede, und darum ist es auch so wichtig, dass beide Seiten berücksichtigt werden, damit es vollständig wird.“

– Silohee Gnugesser

Wie gut die Zusammenarbeit läuft, kommt oft auf die Person selbst an und nicht auf das Geschlecht.

„Das wäre mein Wunsch, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und es keine Rolle spielt, dass es einfach nur darauf ankommt, miteinander zu arbeiten, sich auszutauschen und sich zu ergänzen. Dass es ein Wir ist, nicht ein Gegeneinander oder ein „Ich bin besser“, sondern dass wir alle dieses Gebäude oder diesen Bereich bauen und uns ergänzen.“

– Silohee Gnugesser

In den meisten Büros gab es keine oder eine positive Änderung des Frauenanteils, seitdem die Architektinnen angestellt sind.

Die Architektinnen erleben die Architekturbranche definitiv von Männern dominiert. In den Architekturbüros gibt es ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, aber in anderen Bereichen, wie den Fachplanern, Bauingenieuren, Statikern und Bauherrenschaften und auf der Baustelle sind Frauen wohl in der Minderheit.

„…ich bin oft die einzige Frau am Tisch.“ – Christina Kimmerle

Selbst haben die befragten Frauen nie oder nur einmal eine negative Erfahrung aufgrund ihres Geschlechtes gehabt. Trotzdem bestätigen alle, dass sie von Benachteiligungen von Frauen schon gehört haben und es passiert immer noch relativ oft.

„Ich glaube das Frauenthema ist, da müssen die Frauen auch einfach selbst daran arbeiten, nicht nur in die Opferrolle, sondern man muss mitgestalten und mitmachen mit den Gegebenheiten, das ist ganz wichtig und ja nicht passiv werden.“ 

– Christina Kimmerle

Den Gender-Pay-Gap nehmen die befragten Architektinnen nicht stark wahr, oder sie wissen nicht, wie viel ihre gleichgestellten männlichen Kollegen verdienen. Sie glauben (und hoffen) aber, dass alle nach dem Kollektivvertrag und nicht nach Geschlecht bezahlt werden.

„Ich habe schon den Eindruck, dass Frauen mehr leisten müssen, um geachtet zu werden, also da gibt es ja auch so flapsige Ausdrücke wie eine Frau muss 150% geben, um das zu zeigen, was ein Mann mit 80% Leistung zeigt.”

– Christina Kimmerle

„Ich glaube, Frauen neigen eher als Männer dazu, es recht machen zu wollen…. Wir können von Männern viel lernen, z.B. wie sie sich durchsetzen. Männer und Frauen ticken unterschiedlich. Wir können, wenn wir uns gegenseitig akzeptieren, so viel voneinander lernen.“

– Silohee Gnugesser

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

„…mein Chef hat dann gesagt, er stellt nur noch junge Mütter ein, die sind viel effizienter, die machen kaum Überstunden.“

– Christina Kimmerle

Die interviewten Architektinnen leben in unterschiedlichen Familienverhältnissen von alleinstehend über verpartnert bis zu verheiratet und mit 2 bis 3 Kindern.

Die Architektinnen mit Kindern waren für jeweils ein Jahr pro Kind in Karenz. Die Architektinnen ohne Kinder hatten beispielsweise ein weiteres Studium oder eine Auszeit vom Beruf als Gründe für eine Pause im Beruf genannt.

„Ich dachte auch immer, ich muss mir das beweisen, dass es geht. Und habe es eigentlich auch geschafft.“

– Eva Schrade

Der Wiedereinstieg gestaltete sich als ein vorsichtiges Herantasten zwischen den Vorgesetzten und den Müttern, da jeweils zu Beginn nicht klar war, ob sie ihre bisherige Position mit der reduzierten Wochenstundenzahl bewältigen können.

„…, wenn ich größere Aufträge hätte, würde ich mit Müttern arbeiten, weil die wissen, wie es geht, effizient zu sein und Abläufe zu komprimieren, wo andere viel länger brauchen.“

– Silohee Gnugesser

Eine Architektin startete nach der Karenz mit 25 Wochenstunden und hat sich heute bei 35 Stunden pro Woche eingependelt. Zudem hat sie für ein Jahr in Frankreich gearbeitet und dort festgestellt, dass die Mütter dort die Karriere nicht von der Familienplanung beeinflussen lassen. Das System dort sei in ihren Augen frauenfreundlich, aber nicht familienfreundlich.

„…ich sage immer in Frankreich ist das sehr frauenfreundlich, aber nicht familienfreundlich das System.“ 

– Christina Kimmerle

Eine der Architektinnen nannte einen weiteren Ländervergleich mit Skandinavien, wo die Männer und Frauen gleichwertig die Kinderbetreuung übernehmen. 

„Also in Skandinavien, wo die Gleichberechtigung schon auf einem anderen Niveau ist, da ist es einfach ganz normal, wenn ein Mann um 17 Uhr mitten in einer Besprechung aufsteht und sagt, so Leute ich muss jetzt gehen, weil ich meine Kids vom Kindergarten abhole.“                  

– Silohee Gnugesser

Die Architektinnen sind sich einig, dass es schwer ist, die Familie und den Beruf unter einen Hut zu bringen, aber es durchaus machbar sei. Die größten Herausforderungen, Beruf und Familie in der Architektur zu vereinbaren werden folgendermaßen gesehen: schwierig sind die Kinderbetreuung und allgemein die Work-Life-Balance im Architekturberuf. Die Voraussetzung für eine Vereinbarkeit ist die Teilhabe des Partners und die Rücksicht der Gesellschaft in dieser Situation. Dementsprechend liegt die Herausforderung nicht allein bei der Frau, sondern ist eine soziale Aufgabe für die Gesellschaft.

„Was in jedem Beruf schwierig ist, sind die vielen Ferien, die man dann mit einplanen muss oder dann für alternative Betreuung sorgen muss. “

– Eva Schrade

Folgende Rahmenbedingungen braucht es laut den Architektinnen, um gute Vereinbarkeit zu erzielen: die gleichberechtigte Beteiligung des Partners spielt eine zentrale Rolle, sowie ein abgestimmtes Arbeitspensum der Mütter.

„Wenn eben die Männer, das nicht auch mittragen, dann werden die Frauen immer ein bisschen Respekt haben vor der Arbeit, weil sie sagen, sie können das nicht leisten, die 60 Stunden-Woche mit Kindern.“

– Christina Kimmerle

Folgende „Verhaltensweisen“ und Strategien haben die Architektinnen dafür entwickelt: Die Väter übernehmen einen aktiven Part bei der Betreuung der Kinder und gehen ebenfalls in Karenz, wenn auch kürzer als die Frauen, sie arbeiten weniger Stunden als ihre Kollegen, müssen aber die gleiche Leistung bringen. Das erreichen sie, indem sie ihre Zeit hocheffizient nutzen und sehr gut organisiert sind. Das wichtigste Verhalten der Frauen ist dagegen die aktive Haltung der Frau, ihre Work-Life-Balance ausgewogen zu gestalten.

„Allein schon dadurch, dass wir Frauen sind, haben wir teilweise eine andere Herangehensweise, wir beziehen andere Sachen mit ein. Vielleicht kochen einfach mehr Frauen lieber und öfter als Männer. Ich würde nie eine Küche ganz hinten in einem Raum planen. Im Moment sehen geschätzte 70% der Wohnungsgrundrisse so aus, dass die Küchenzeile fünf Meter vom Fenster entfernt und dazu noch oft dem Fenster abgewandt platziert wird. Für einen Männerhaushalt, wo man sich abends nur kurz etwas in die Mikrowelle reinschiebt, mag das passen. Für mich hat das keine Lebensqualität.”                                   

– Silohee Gnugesser

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