Vorbilder

Bedingt durch die geschichtliche Entwicklung der Profession des Architekten, spiegelt sich das Ungleichgewicht auch im Bereich der Rollenvorbilder wider. Kaum jemand würde beim ersten Gedanken an die berühmten Architekturikonen der Geschichte ein weibliches Projekt nennen. “Es scheint demnach ein Repräsentationsproblem weiblicher Führungskräfte als Rollenvorbilder zu geben.”

Viele erfolgreiche Architektinnen ab dem 20. Jahrhundert standen im Schatten ihrer männlichen Kollegen.

“So forderte beispielsweise Denise Scott-Brown, die langjährige Partnerin und Co-Autorin von Robert Venturis Werken, nachwirkend eine Pritzker-Anerkennung als seine Partnerin, welche ihr aber verwehrt blieb.”

Im beruflichen Architekturalltag herrscht ein enormes Defizit an weiblichen Vorbildrollen für angehende Architektinnen, daraus resultieren auch die geringen Chancen in einem Großbüro als Projektleiterin hervorzutreten – da die Führungsqualitäten von Männern offensichtlicher bemerkt und akzeptiert werden. 

Frauennetzwerke

Für die Verbesserung der Umstände ist es unerlässlich, dass Frauen gezielt andere Frauen unterstützen, sowohl auf privater Ebene (aktiv Kontakte zu anderen Frauen in der Baubranche/bei Veranstaltungen/in der Studienzeit pflegen) als auch auf öffentlicher Ebene, über organisierte Netzwerke, wie n-ails oder WPS-Prague, die ein direktes Pendant zu alt eingesessenen Männerbünden darstellen. 

Die von Frauennetzwerken gesetzten Schritte, zur Unterstützung von Frauen in der Bauindustrie, reichen vom Sichtbarmachen und Vernetzen der Akteruinnen (in Bereichen der Planung und Ausführung), hin zur Organisation von Veranstaltungen zum Austausch persönl. und professioneller Erfahrungen.

„Architektinnen leiden unter einer sozio-historisch bedingten Unsichtbarkeit. 

Mit der Gründung von fachlichen Netzwerken kann diese Benachteiligung 

bewusst gemacht werden.“

López-Figueiras, Alma – “Eine Architektur der Weiblichkeit?”, Café Babel 2008

weiterführende Beiträge:

http://www.beatoronto.com/blog/2018/2/11/because-its-2017-gender-diversity-in-canadas-architecture-profession

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