“Früher hieß es, Frauen fehle es an logischem Denkvermögen. Das ist natürlich völliger Schwachsinn. Über Ego und Denkweise der Männer kann ich nichts sagen, aber es besteht sicher keinerlei Unterschied in der Befähigung beider Geschlechter.“

Zaha Hadid

Aus vielen internationalen Studien geht klar hervor, dass Architektinnen mehrheitlich Gender-Diskriminierungen kennen, ihnen solche vielfach auch persönlich widerfahren sind.

Selbstständige Architektinnen werden in der männerdominierten Immobilien-, Planungs- und Baubranche mit Vorurteilen, Zweifeln an ihrer Kompetenz und geringerer Akzeptanz konfrontiert. Primär männliche Auftraggeber bevorzugen männliche Architekten, die innerhalb der großen Konkurrenz auch eine höhere Risikobereitschaft und Selbstdarstellung an den Tag legen. Selbst langjährig tätige Architektinnen berichten von vom notwendigen Erkämpfen jedes neuen Projektes und wiederholten, notwendigen Versichern ausreichender Kompetenz. 

Männlichen Architekten werden Qualitäten aufgrund klischeehafter Rollenstereotype zugeordnet, welche sich in der Favorisierung seitens männlicher Bauherrn widerspiegeln. Frauengeführte Büros erhalten demnach deutlich weniger große Projekte oder Neubauaufträge, sondern gelangen eher an kleinere, weniger lukrative Umbau- und Privatprojekte. 

Im anonymen Wettbewerbswesen sind frauengeführte Büros mit wenig oder kleinen Referenzprojekten benachteiligt. Im offenen Wettbewerbswesen werden Architektinnen weniger eingeladen. In qualitativen Bewertungsprozessen werden Leistungen von Architektinnen oft nicht entsprechend anerkannt, sondern mit dem Zusatz „weiblich“ versehen. 

Auch in der Projektabwicklung sind Architektinnen mit Diskriminierungen konfrontiert. Sie erhalten weniger Anerkennung durch Auftraggeber und Projektbeteiligte, werden diskreditiert, von Informationen ausgeschlossen und ihre Autorität wird untergraben. Um gleichberechtigt wahrgenommen zu werden, müssen Architektinnen wesentlich mehr Kompetenz nachweisen als ihre männlichen Kollegen.

Kampf um den Maßstab, Artikel, Isabella Marboe, Wien (Ö), 2019. Die Architektinnen Claudia Cavallar, Catharina Maul, Anna Wickenhauser und Sabine Pollak, berichten über ihren Werdegang, ihre Karriere und ihre Praxis als Frauen in einer Männerdomäne.

Hean S‘, Frau Architektin des geht so net, Artikel, Eva Steindorfer, Wien (Ö), 2014. Architektinnen, die selbst ein Büro führen, sind eine Seltenheit. Dabei studieren mittlerweile mehr Frauen Architektur als Männer. Vier Architektinnen berichten über männliche Seilschaften und Konflikte auf der Baustelle.

Frauen in der Architektur- Architektin Anna Popelka, Artikel, Peter Reischer , Wien (Ö), 2018.
Anna Popelka spricht im ‘Fachmagazin Architektur’ über das Berufsfeld Architektur aus Sicht einer selbstständigen Architektin.

Frauen in der Architektur – Regina Freimüller-Söllinger, Artikel, Peter Reischer, Wien (Ö), 2018.
DI Regina Freimüller-Söllinger berichtet im ‘Fachmagazin Architektur über den Architekturberuf aus Sicht einer selbstständigen Architektin.

Wenn Frauen nicht bauen, Artikel, Cornelia Dörries, Hamburg (D), 2011.
Mehr Frauen als Männer absolvieren ein Architekturstudium. Doch im Beruf sind sie unterrepräsentiert. Woran liegt das?

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