Vortrag, The architectural League 

Feminismus & Architektur

IIm Vortrag stellt die praktizierende und lehrende Architektin Susana Torre sechs Themenfelder vor, die den Einfluss feministischer Ideen auf Architektur und Raumplanung verdeutlichen sollen. 

6 feministische Themenfelder

Die „Gestaltung des Wohnraums“, als erster Punkt, sei so Torre, bereits um 1880 in Dolores Haydens Buch „The grand domestic Revolution“ positiv von feministischen Ideen beeinflusst worden, indem diese für die Wohnküche und Co-Housing Modellen, als Sinnbild eines gemeinschaftlichen, familiären Zusammenlebens plädierte. Im Gegenzug kritisiert sie die „Frankfurter Küche“ der Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky als für ihre Zeit rückschrittlich, nachdem sie die Frau von Familie und Wohnzimmer isoliere.  

Als zweite These nennt Torre die durch feministische Einflüsse „veränderte Struktur der Vorstadt“ sowie im dritten Schritt „die Entwicklung neuer Gebäudetypen, die Neudefinition alter Gebäudetypen sowie den Entwurf neuer Normen und Details“. So hätte beispielsweise die Initiative einiger Hebammen, welche wohnzimmerliche Geburtshäuser führten, die veränderte innenräumliche Ausgestaltung zeitgenössischer Geburtsstationen in Krankenhäusern in den 70er Jahren herbeigeführt.  

Die vierte These Torres geht davon aus, dass der Architektinnen auch das „öffentliche Gedächtnis“ amerikanischer Städte wesentlich beeinflusse, indem von Frauen entworfene Kriegsdenkmäler, seltener eine Heroisierung gefallener Soldaten anstreben würden.  

Als fünftes Merkmal verweist die Rednerin darauf, dass feministische Strömungen die „Bewahrung statt der Eroberung der Natur“ anstreben würden sowie eine „Entstehung von nachhaltigem Design als ökologische Praxis“ im Vordergrund stünde. 

Mit der „Frauenkultur und -identität als legitimes Gestaltungsparadigma“ als sechste These rundet Torre ihren Vortrag mit folgender Forderung ab. s Frauen, die als „Token“, also Angehörige einer Minderheit, eine Privilegierung erfahren, müssen stärker Partei für Mitstreiterinnen ergreifen. Sie sollen, ihre Rolle als Auserwählte dafür zu nutzen, sich für die Leidtragenden der Gruppe stark zu machen. Der „Feind“ seien, so Torre, oft auch Frauen untereinander. 

Quelle:

Video: Feminism and architecture

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